Innovieren vs Optimieren?

Unternehmen stehen vor dem ewigen Dilemma: Laufen die Geschäfte gut bleibt keine Zeit für Innovation, läuft es schlecht fehlt das Geld um in Innovation zu investieren. Was also tun? Lieber optimieren, statt innovieren!

So scheint mir jedenfalls der übliche Tenor in vielen Unternehmen zu sein. Die Grundzutat für Innovation sind bekannterweise Ideen. Wann haben wir Ideen? Genau dann wenn wir unsere Gedanken schweifen lassen können und einmal nicht im Hamsterrad des Projektgeschäftes laufen. Und da liegt das Problem. Ich behaupte in der Praxis wird vom Großteil der Unternehmen alles versucht um das Hamsterrad auf Touren zu halten – die Auslastung hoch halten. Letzlich kosten die Mitarbeiter ja eine Menge Geld und sie sollen auch etwas dafür leisten.

Ich stelle einmal folgende These in den Raum: Scrum wurde in den meisten Unternehmen eingeführt um:

  • Die Produktivität, Effektivität und Effizienz zu steigern
  • Die time-to-market zu verringern
  • Die Projektrisiken kalkulierbarer zu machen
  • Die Qualität zu erhöhen
  • Um die Mitarbeitermotivation zu erhöhen
  • Um sich einen strategischen Vorteil gegenüber der Konkurrenz zu verschaffen
  • Manchmal vielleicht auch aus Verzweiflung, hervorgerufen durch wiederholtes Scheitern.
  • etc…

Welches Unternehmen hat ernsthaft mit vorrangigen Ziel innovativer zu werden Scrum eingeführt? Ich kann mich natürlich täuschen, aber ich sehe wenig Zusammenhang zwischen innovativen Unternehmen und jenen, die Scrum verwenden. Dabei sind die Voraussetzungen für Innovation aufgrund der innovationsfreundlichen Kultur, die durch Scrum entsteht, gerade zu perfekt:

  • Flache Hierarchien
  • Stark ausgeprägte Netzwerke
  • Hohe Fehlertoleranz
  • Hohe Transparenz

Der Nährboden für Ideen wäre also bestens gegeben, doch muss man ihnen auch den Platz einräumen damit sie wachsen können. Viele werden nach kurzer Zeit wieder absterben, doch einige wenige werden gedeien und sich so gut entwickeln, dass man daraus eine reiche Ernte schlagen kann.

Platz einräumen heißt für mich:

  • Zeit für Kreativität im Arbeitsalltag vorsehen
  • Prozesse für Innovation einführen
  • Die Stelle des Innovationsmanagers besetzen

Anm.: Wenn ich Scrum als Begriff verwende, meine ich damit im weiteren Sinn agile Softwareenwticklungs-Frameworks mit vergleichbarem Mindset

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Stefan Wunder

My name is Stefan Wunder and I am a passionate Agile coach from Graz, Austria. I have been working in the software industry since 2006, being an agile practitioner since 2011. I have experience with pioneering Agile, transitioning teams from waterfall to Agile, as well as working with established high performance teams within scaled agile enterprises. I worked with co-located as well as with dispersed teams, in start-ups, medium sized companies and big global enterprises in various industries. Currently I am working as enterprise Agile coach at AVL List GmbH.

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