Verteilte Sprint Planung

Ich habe in einem früheren Blogpost bereits über die Agile Planung geschrieben. In diesem Blogpost möchte ich auf die Besonderheiten der Sprint Planung mit meinem verteilten Team eingehen. Mit lokal arbeitenden Teams habe ich die Sprint Planung immer wie folgt abgehalten:

Standard Sprint Planung:

Ich unterteile die Sprint Planung für gewöhnlich in zwei Teile:

Sprint Planung 1 (SP1):

  • Leitfrage: Was soll gemacht werden?
  • Teilnehmer: PO, SM, Gesamtes Entwicklerteam
  • Output: Commitment des Teams

Sprint Planung 2 (SP2):

  • Leitfrage: Wie setzen wir die User Story um?
  • Teilnehmer: Gesamtes Entwicklerteam, SM (optional)
  • Output: Technische Tasks

Dieser Modus wird von Boris Gloger empfohlen und funktioniert für meine Teams meist sehr gut. Für mein verteiltes Team habe ich jedoch das SP2 kleineren Änderung unterzogen.

Motivation zur Veränderung:

Das SP2 kann mitunter über mehrere Stunden dauern und erfordert intensive Denkarbeit der Beteiligten. Vor allem bei meinem verteilten Team war es schwierig die Aufmerksamkeit der Entwickler auf Dauer hoch zu halten. Folge war, dass nur wenige (meist immer die selben) Entwickler den Großteil der Denkarbeit erledigten. Dementsprechend war auch das Verständnis der erstellten Lösung  sehr unterschiedlich, was wiederrum im Sprint zu Produktivitätseinbußen führte. Ich beobachtete folgende Faktoren, die mit dem Phänomen des “Sozialen Faulenzens” in Zusammenhang stehen:

  • Fehlende Identifikation mit der Firma / dem Produkt (Off-shoring)
  • Unterschiedlich stark ausgeprägtes Fachwissen der Entwickler
  • Geringes Fachwissen bei externen Mitarbeitern (Off-shoring)
  • Kulturelle Unterschiede im Team
  • Niedriger Bekanntheitsgrad der Teammitglieder
  • Fehlende Präsenz des Scrum Masters im SP2

Verteilte Sprint Planung:

Um dem Problem zu begegnen haben wir den Modus des SP2 etwas abgeändert. Grundidee war nicht mehr das gesamte Team alle User Stories sequentiell ausarbeiten zu lassen, sondern zuerst in kleineren Sub-Teams (2-3 Entwickler) Designvorschläge auszuarbeiten, die danach mit dem gesamten Team diskutiert wurden. Wir unterteilten das Meeting also in folgende Abschnitte:

  • Designvorschlag ausarbeiten: Die ersten Designvorschläge wurden parallel von Sub-Teams ausgearbeitet (je 2-3 Entwickler). Jedes Sub-Team arbeitete an Designs für andere User Stories. Time-box: 1 – 1,5 h
  • Präsentation & Diskussion: Die Designvorschläge wurden den anderen Sub-Teams präsentiert und diskutiert
  • Einigung: Das gesamte Team einigte sich für jede User Story auf eine Lösung
  • Tasks erstellen: Das gesamte Team schrieb die Tasks für die User Stories

Erzielte Verbesserungen:

Die folgenden Verbesserungen konnten in der Folge erzielt werden:

  • In den kleineren Sub-Teams beteiligten sich alle an der Lösung (“Soziales Faulenzen” wurde deutlich minimiert)
  • Die Designvorschläge wurden noch einmal von den anderen Sub-Teams “gechallenged”, was die Designs robust machte
  • Die Motivation der Entwickler war in den Sub-Teams als auch in den Diskussionen höher als im alten SP2 Modus
  • Die Lösungen wurden vom gesamten Team verstanden
  • Das Team fühlte sich im SP2 produktiver
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Stefan Wunder

My name is Stefan Wunder and I am a passionate Agile coach from Graz, Austria. I have been working in the software industry since 2006, being an agile practitioner since 2011. I have experience with pioneering Agile, transitioning teams from waterfall to Agile, as well as working with established high performance teams within scaled agile enterprises. I worked with co-located as well as with dispersed teams, in start-ups, medium sized companies and big global enterprises in various industries. Currently I am working as enterprise Agile coach at AVL List GmbH.

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