ReConf 2014

Von 12.-15. März war ich auf der ReConf in München und habe im Rahmen der Konferenz den 2-tägigen Management 3.0 Workshop bei Jürgen Dittmar besucht. In diesem Blogpost möchte ich meine Eindrücke von der ReConf Konferenz zusammenfassen, meine Take-aways aus dem Management 3.0 Workshop werde ich in einem seperatem Blogpost behandeln.

ReConf:

Ich war am 2. Konferenztag auf der ReConf und habe die unten gelisteten Sessions besucht und für den Blog erwähnenwert befunden. In Klammer neben den Vortragstiteln habe ich meine persönliche Five-Star-Bewertung vergeben.

Key-Note: Let’s Help Melly (*****)
Jurgen Appelo

Sehr inspirierender Vortrag vom Author des Buches “Management 3.0“. Inhaltlich war für mich viel Neues und manches Bekanntes dabei. Es wurden alle im Vortrag angesprochenen Themen im 2-tägigen Management 3.0 Workshop von Jürgen Dittmar tiefer behandelt, wofür ich einen eigenen Blogpost schreiben werde – bitte um etwas Geduld.

Anforderungsmanagement & Gamification (*)
Stefan Schuck, Polarion Software GmbH

Wenig überzeugender Vortrag, der sehr oberflächlich gehalten war und eigentlich für mich nichts neues gebracht hat. Das “Highlight” waren die beiden lustigen YouTube Videos zum Thema Gamification, die allerdings auch nicht mehr gerade neu sind (vgl. mein Blogpost aus dem Jahr 2009):

PO als Brückenbauer Business – IT (**)
Alex Rachmann & Frank Engel, Anforderungsfabrik GmbH & Co. KG

Guter Vortrag im Dialog-Stil. Inhaltlich sehr auf die “Basics” beschränkt und daher wenig interessantes dabei. Interessant war:

  • Wenn über Scrum gesprochen wird, dann wird wenig über den Product Owner geredet, viel über den Scrum Master
  • Google AdWords Statistiken zeigen, dass nach “Scrum Master” wesentlich häufiger gesucht wird als nach “Product Owner”

Management neu denken – Zusammenarbeit neu definieren (****)
Björn Schotte, Mayflower GmbH

Sehr spannender, praxisbezogener Vortrag mit vielen neuen Impulsen zu Teamzusammenstellung, Management, Innovationskultur, gutes Arbeitsklima, etc. Björn Schotte experiment anscheined sehr viel in seiner Firma, was mir persönlich sehr gut gefällt. Die Ergebnisser seiner Experimente und Erfahrungen hat er in seinem Vortrag gepackt.

Björn Schotte sprach zu Beginn seines Vortrages von der Wichtigkeit “Accidential Conversations” zu unterstützen um informellen Austausch der Mitarbeiter zu stimulieren und in Folge Ideen entstehen zu lassen. Er erzählte dann, dass er Persönlichkeitstests mit seinen Teams macht um ein Klima der Offenheit zu erzeugen und somit die Teamarbeit zu optimieren. Er nannte folgende Tests, die er als geeignet ansieht:

  • MBTI
  • HBTI
  • DISC
  • Big Five

Als weitere Methode nannte er Personality Poker (von Stephen Shapiro) um spielerischdie Zusammenstellung von innovativen Teams zu unterstützen.

Danach stellte er Marc Hedlund’s (VP SW-Engineering @ Etsy) Methode um Change im Unternehmen voranzutreiben vor: Marc bloggt im internen Abteiltungsblog über Dinge die er verändern möchte und wartet auf das Echo der Mitarbeiter. Die Mitarbeiter entscheiden letztlich über die Umsetzung. Wenn die Idee initial nicht gut ankommt betreibt er aktiv lobbying indem er gezielt mit Mitarbeitern darüber redet. Wenn das auch nicht hilft ist für ihn die Idee gestorben und er bloggt die nächste Idee.

Björn Schotte nannte nannte auch die Wichtigkeit “Danke” zu sagen und Mitarbeiter dazu zu inspireren das auch zu tun (z.B. mit der einer Kudo Box).

Er gibt seinen Mitarbeitern auch 10% Slacktime, in der die Mitarbeiter an beliebigen Dingen arbeiten könnenEinzige Bedingung: Es muss Teamarbeit sein. Der Ablauf eines Slackdays ist wie folgt:

  1. Ideen Pitch in der Früh und Teamfindung
  2. Vorgegebene Zeit für die Umsetzung der Ideen (12-24h)
  3. Präsentation der Ergebnisse vor allen Mitarbeitern

Björn Schotte macht auch eine Firmen- bzw. Bereichsretro 2x im Jahr mit allen Mitarbeitern des Bereichs / Firma. Das Streichen von Jobtiteln wird in seiner Firma derzeit noch kontrovers diskutiert. Open Salary (Offenlegung der Gehälter) wurde von der Mehrheit im Unternehmen abgelehnt und daher nicht umgesetzt.

Zum Ende sprach er noch 2 Empfehlungen aus:

  1. Macht ein Barcamp mit eurem Konkurrenten: Das gibt einen enormen Innovations-Drive und wertvollen Informationsaustausch. Das erste Barcamp war ein voller Erfolgt weshalb er es nun regelmäßig macht.
  2. Bloggt in eurem Corporate Wiki

Key-Note: Bridging the Gap Between RE, Process Definition and Successful Iterative Roll-out (***)
Colin Hood, Colin Hood Systems Engineering

Für mich passt der Titel nicht wirklich zum Inhalt Vortrag, der gut und unterhaltsam war, allerdings inhaltlich nichts neues bot. Colin Hood hat sich in seiner Key-Note ganz dem Thema “Organizational Change” gewidmet. Eine seiner ersten markanten Aussagen war: “You have to put people in the middle of your change initiative!” Weiters sprach Colin: “Humans are great at ignoring information when change happens” und untermauerte diese Aussage mit einem eingängigem Beispiel – einer wahren Geschichte oder eine Studie – ich weiß es leider nicht mehr. Soweit ich mich erinnere ging das Beispiel etwa so: Autofahrer sind es gewöhnt mit dem Lenkrad das Fahrzeug zu lenken. Wird während dem Autofahren der Zündschlüssel wird die Lenkradsperre aktiv und macht das Lenken unmöglich. Um das Lenken wieder möglich zu machen muss der Zündschlüssel wieder angesteckt werden. Menschen, denen das passiert, versuchen allerdings mit aller Gewalt zu lenken anstatt den Zündschlüssel wieder anzustecken, obwohl sie wissen, dass der Zündschlüssel das Problem beheben würde. Laut Colins zeigt das Beispiel, dass wir in veränderten Situationen nicht immer rational handeln und das Handeln nach alten Gewohnheiten (das Lenkrad lässt sich nach Links und Rechts drehen) bestimmend ist.

Laut Colins braucht es die folgenden 3 Dinge für organisatorischen Wandel:

  • Manager müssen den Mitarbeitern das Gefühl von Sicherheit geben (Fehler müssen erlaubt sein)
  • Es muss eine Chance auf Erfolg geben
  • Das “WARUM” muss klar sein

Abschließend kam Colins noch auf den Deming Cycle zu sprechen, den er als Modell für kontinuierlichen Change sieht.

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Stefan Wunder

My name is Stefan Wunder and I am a passionate Lean & Agile Coach from Graz, Austria. I have been applying Lean & Agile methodologies in various industries and contexts since 2006. Since 2014 I am working as Agile Coach at AVL List GmbH, the world’s largest independent company for development, simulation and testing technology of powertrains (hybrid, combustion engines, transmission, electric drive, batteries and software) for passenger cars, trucks and large engines. I have a Master of Science in software development and business economics. I am Certified Systemic Coach, Certified Scrum Professional (CSP), Certified Scrum Master (CSM), Certified SAFe Program Consultant (SPC) and Certified LeSS Practitioner. I am speaker at conferences, and moderator of the Scrum User Group Graz.

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