A Language of Commitment

Sprint Commitments sind essentiell für die Arbeit mit Scrum, wenn auch nicht ganz unumstritten. Ich möchte hier jedoch nicht auf die Streitbarkeit eingehen sondern auf das, was sich hinter dem Begriff eigentlich verbirgt.

George Dinwiddie verfasst einen hervorragenden Blogpost mit dem Titel “Dysfunctional Commitment”.

Vielen wahrscheinlich bekannt, die Chicken-Pig-Geschichte über Commitment:

A Pig and a Chicken are walking down the road.The Chicken says: “Hey Pig, I was thinking we should open a restaurant!”Pig replies: “Hm, maybe, what would we call it?”The Chicken responds: “How about ‘ham-n-eggs’?”The Pig thinks for a moment and says: “No thanks. I’d be committed, but you’d only be involved!”

Robert C. Martin zitiert Roy Osherove in seinem exzellentem Buch “The Clean Coder“:

Nach Osherove besteht ein Commitment aus 3 Teilen:

  1. Du sagst, dass du etwas machen wirst
  2. Du meinst es auch so
  3. Du machst es

Für mich ist es genau diese Macher-Mentalität, die Einstellung mich mit vollem Einsatz einer Sache zu widmen und diese mit zuhilfenahme aller möglichen Mittel zum Ende zu bringen, die es ausmacht ob ich zu etwas Commitet bin oder nicht.

Freiheit, Verantwortung und Commitment

Nein – Es handelt sich hier nicht um einen Wahlslogan einer ewig gestrigen Heimatpartei. Worum es hier geht, sind wesentliche Werte, die Softwareentwickler auf ihrem Weg zum Profi im agilen Umfeld lernen müssen.

Freiheit:
Agile Softwareentwicklung lässt den Entwicklern ein erhöhtes Maß an Freiheit. Freiheit in der Arbeitszeitgestaltung, Freiheit im Softwaredesign, Freiheit bei der Wahl der Aufgaben, Freiheit in der Zusammenarbeit und Organisation. Toll, oder? Zu viel Freiheit ist jedoch nicht Jedermanns oder Jederfraus Sache und es bedarf einer gesunden Grundhaltung zur Arbeit um mit dieser Freiheit umgehen zu können und die notwendigen Resultate auch liefern zu können. Das Personalmanagement ist hier gefragt, motivierte Personen zu finden und zu entwickeln!

Verantwortung:
Keine Rechte ohne Pflichten! Wer die Freiheit hat über sein Handeln zu entscheiden, muss die Resultate aus seinem Handeln auch Verantworten. Ein wesentliches Problem in der agilen Softwareentwicklung entsteht dadurch, dass Entwickler zwar die Freiheit gutheißen und diese auch für ihre Zwecke Nutzen, jedoch sich für ihre Arbeit zu wenig verantwortlich fühlen. Vor allem bei unerfahrenen Entwicklern, die die Verantwortung bei den Seniors sehen, lässt sich dieses Phänomen beobachten. Um mit agiler Softwareentwicklung erfolgreich zu arbeiten muss das Verantwortungsbewusstsein  jedes Entwicklers klar ausgeprägt sein.

Commitment:
Scrum verlangt vor jedem Sprint vom Entwicklerteam ein Commitment, das dann auch eingehalten werden muss. Damit das Commitment nicht nur eine Phrase bleibt  ist einiges an Professionalität der Entwickler erforderlich. Es ist schon zu Sprintbeginn vom Team zu entscheiden, zu welchen User Stories es sich committen kann. Der wirklich herausfordernde Teil ist jedoch die Einhaltung der abgegebenen Commitments über mehrere Sprints, was für die Planbarkeit eines Projektes unerlässlich ist. Der richtige Umgang mit Freiheit und das Bewusstsein für Verantwortung müssen zu einem hohen Grad vorhanden sein, damit dieser Status erreicht werden kann.